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Dienstag, 18. Mai 2010

Unter der Sonne der Toskana


Unter der Sonne der Toskana“ – Könnt Ihr Euch an diesen wunderschönen Film erinnern, der uns mit malerischen Bildern und diesem klangvollen Namen vorzugaukeln versucht, dass an diesem Fleckchen Erde immer die Sonne scheint?

Tatsächlich stellt sich das etwas anders dar: bei der Anfahrt aus der Friaul ist der erste Eindruck der ewige Stau rund um Florenz. Und ja, der ist jedes Mal dort, ich sollte es gewohnt sein. Das heißt jedes Mal ist übertrieben. Letztes Jahr kamen wir ja bekanntlich nur bis San Dona di Piave und dort ließ uns das Auto im Stich. Bis das Leihauto aus Villach da war, war es spät in der Nacht und so waren wir erst gegen zwei Uhr morgens auf Höhe Florenz. Siehe da: um diese Zeit stauen sich nicht einmal die Florentiner.

Zurück zu diesem Jahr; wir standen also wie üblich im Stau, aber wenigstens kein Regen. Nachdem wir nach ca. einer Stunde Florenz hinter uns gelassen hatten und Richtung Siena unterwegs waren, meinte H. ich könne ja mal die Navi mit den Daten des Hotels füttern. Die Anfahrtsskizze hat er nämlich nicht eingepackt. Der einzige Nachteil an dem Plan war, dass er auch die Hoteladresse nicht mit hatte. Wie Ihr Euch also vorstellen könnt, hat die Hotelsuche einige Zeit in Anspruch genommen. Das hat sich aber gelohnt: das Hotel ist wie man sich nach dem Klischee ein Gutshaus in der Toskana vorstellt, sehr gemütlich mit einem Traumausblick.



Irrtum, es regnet immer noch. Trotzdem brechen wir auf Richtung Siena. Der Ortskern ist nur zu Fuß erreichbar, es regnet und regnet, Schirme sind Mangelware. Trotzdem ist der Charme dieser Stadt deutlich erkennbar auch wenn das sonst so bunte Leben auf der Piazza del Campo nur erahnbar ist. Der Ausflug bleibt dennoch nur kurz und wir fahren zurück ins Hotel. Nach dem Mäusemittagsschlaf entschließen wir uns ziellos durch die Landschaft zu fahren und entdecken – trotz des anhaltenden Regens - noch einige hübsche Fleckchen Toskana.

Tag zwei in der Toskana führt uns nach Florenz. Die Stadt begrüßt uns schon etwas freundlicher und bildet den Kontrast zum beschaulichen Siena. Menschenmengen auf der Piazza Michelangelo – trotzdem ist dieser Ausblick natürlich atemberaubend. In der Stadt angekommen müssen wir natürlich sofort den Campanile erklimmen. Das war höher und anstrengender als erwartet – naja, wenigstens sind wir nicht die einzigen die am Ende der Stufen schnaufen. Weiter geht´s über die Fußgängerzone – die ist übrigens richtig nett – zur Ponte Vecchio. Ich bin schon über wesentlich beeindruckendere Brücken gegangen, allen voran natürlich die Tower Bridge und die Karlsbrücke, aber auch die Rialtobrücke, die Engelsbrücke und viele weitere stellen die Ponte Vecchio für mich in den Schatten. Okay, das Wissen, wie alt dieses Bauwerk ist, beeindruckt schon, aber auch andere Brücken erzählen Geschichten und verbinden oft seit langer Zeit Menschen und haben mich persönlich mehr berührt.



Das Resümee aus dem Toskanaaufenthalt: zwei Tage sind zu wenig – es war nur ein erstes Beschnuppern - wir kommen bestimmt wieder einmal unter die Sonne der Toskana.

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